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Pendeln lernen

Matthias Groth

Bereich: berater-finden

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Der Ursprung des Daseins ist die Bewegung. Folglich kann es darin keine Bewegungslosigkeit geben, denn wäre das Dasein bewegungslos, so würde es zu seinem Ursprung zurückkehren, und der ist das Nichts. Deshalb nimmt das Reisen nie ein Ende, nicht in der höheren und auch nicht in der niederen Welt.« (Ibn Arabi, islamischer Mystiker, 1165–1240)

Dass Bewegung etwas mit Leben zu tun hat, ist eine altbekannte Tatsache. »Stillstand ist der Tod«, heißt es nicht umsonst auch sprichwörtlich. Weniger verbreitet ist die Ansicht, Bewegung hätte nicht nur etwas mit Leben, sondern auch mit Wissen zu tun, und zwar mit einer besonders feinstofflichen Art der Kommunikation des Lebens mit uns selbst.
Schon in der Antike wurden bestimmten Bewegungen divinatorische, d.h. weissagende Qualitäten nachgesagt. So erkundigte man sich im Alten Ägypten nach der Meinung eines Gottes, indem man die Bewegung der Prozessionsbarke, mit der sein Standbild bei Festen aus dem Tempel getragen wurde, interpretierte. Und in Rom bildete die Beobachtung der Flugbewegung von Vögeln während der so genannten Auspizien einen rechtsgültigen Weg, um vor bestimmten Abstimmungen oder Entscheidungen auch den Willen der Götter einzuholen.
Doch die Zeit von schwankenden Götterbarken und staatlichen Vogeldeutern ist lange vorbei. Im Zeitalter der Wissenschaft ist es eine beinahe akademisch klingende Lehre, die sich das Prinzip der wissenden Bewegung zunutze gemacht hat: die »Radiästhesie«, was übersetzt so viel bedeutet wie »Strahlenwahrnehmung«. Praktizierende Radiästheten erklären die von ihrem eigenen Körper übertragenen Bewegungen freilich nicht mehr mit dem Willen der Götter, sondern mit feinstofflichen Schwingungen, die allen physikalischen Objekten zugrunde liegen. Auf diese Weise lassen sich sowohl konkrete Objekte (wie Minerale, Pflanzen oder Wasseradern), aber auch feinstofflichere Phänomene (wie Auren, Gitternetze der Erde oder morphische Felder) deuten oder lokalisieren. Die wohl bekanntesten Werkzeuge der Radioästhesie sind die Wünschelrute und das Pendel.
In diesem Artikel möchte ich Ihnen die unterschiedlichen Formen des Pendelns, seine Anwendungsbereiche sowie eine kleine Auswahl verschiedener Pendel vorstellen. Zum Schluss erhalten Sie die Möglichkeit, Ihr eigenes Radiästhesietalent zu testen und erste Schritte auf diesem aufregenden Weg zur Wahrheitsfindung zu gehen.
Ein Pendel hat grundsätzlich wenig mit Spuk zu tun. Viel eher als mit einem Zauberstab ist es mit einem Stift zu vergleichen, dient es doch dazu, unbewusste Inhalte vor den Augen seines Anwenders sichtbar zu machen. Insofern zielt die wiederholt vorgebrachte Kritik, die Bewegung des Pendels gehe in Wirklichkeit auf unmerkliche Muskelzuckungen zurück, die dem Wunsch oder den Gedanken des Pendlers Folge leisten, ins Leere. Wohl kein ernstzunehmender Radiästhet würde zurückweisen, dass seine neuromuskulären Reaktionen einen entscheidenden Beitrag zur Kommunikation zwischen Außenwelt und Unbewusstem leisten. Einfacher ausgedrückt: das Pendel nimmt nicht wahr, es offenbart vielmehr, was der Pendelnde in seiner Umwelt wahrnimmt.

Das Pendel
Zum Pendeln sind grundsätzlich alle Gegenstände geeignet, die so an einer Schnur oder einer Kette befestigt werden können, dass sowohl kreisende als auch schwingende Bewegungen möglich sind. Die meisten professionell hergestellten Pendel bestehen aus Messing oder Kupfer, daneben werden auch Halbedelsteine, seltener Holz oder Edelmetalle verwendet. Die Form des Pendels variiert zwischen Kugel-, Tropfen-, Stab- oder Spiralform.
Bei der Wahl des richtigen Pendels kommt es darauf an, wofür Sie Ihr neues Werkzeug verwenden wollen. Für Anfänger eignet sich am besten ein nach unten hin spitz zulaufendes, nicht zu schweres Pendel aus Messing (siehe Abbildung). Zur Aufhängung kann ein Kettchen oder ein Faden verwendet werden, dessen Länge in einem geeigneten Verhältnis zum Gewicht des Pendels stehen sollte. Bei leichten Pendeln um die 20g empfiehlt sich eine Fadenlänge von ca. 10cm. Schwere, tropfen- oder spiralförmige Pendel oder solche aus Kupfer, Chrom oder Silber stellen spannende Alternativen zum schlichten Messingpendel dar und sollten mit wachsender Erfahrung durchaus einmal ausprobiert werden. Sollte einmal kein geeignetes Pendel zur Hand sein, Sie aber dringend etwas auspendeln wollen, können Sie auch zu einem bewährten Trick greifen und einfach einen Ring an einen Faden binden.
Für die Befragung des Pendels stehen Ihnen drei grundsätzliche Möglichkeiten zur Verfügung:

1. das Stellen einer Ja/Nein-Frage,
2. Auspendeln von Gegenständen, Karten oder Orten,
3. die Verwendung von Pendeltafeln.

Pendeln
Fast alle Autoren, die sich mit dem Pendeln auseinandergesetzt haben, betonen, wie wichtig ein Einstimmen, die Herstellung einer gewissen geistigen Grundhaltung für die erfolgreiche Arbeit mit dem Pendel ist. Zunächst ist es wichtig, den Kopf freizumachen und Wünsche wie Nebengedanken ziehen zu lassen. Der Kinesiologe, Pendel- und Tarot-Dozent Markus Schirner hat zudem eine gewisse »Pendel-Etikette« erstellt, die dem Anfänger dabei helfen soll, schnell zu befriedigenden Ergebnissen zu kommen:

1. Pendeln Sie nie aus egoistischen Gründen oder zu bloßen Demonstrationszwecken!
2. Überprüfen Sie jedes Ihrer Pendelergebnisse durch Gegenfragen!
3. Stellen Sie immer sehr konkrete, unmissverständliche Fragen!
4. Bringen Sie Geduld mit, gerade am Anfang!

Der Autor, Lehrer und Geomant Sig Lonegren rät zudem, vor jeder wirklich wichtigen Befragung dem Pendel die drei Fragen »Kann ich?«, »Darf ich?«, »Bin ich bereit?« zu stellen. Diese Fragen haben die Funktion, Ihre momentane Pendelfähigkeit, die Berechtigung Ihres Anliegens und die augenblickliche Zeitqualität zu überprüfen. Erst, wenn das Pendel alle drei Fragen bejaht hat, so Lonegren, sollte man sein eigentliches Anliegen formulieren, da man nun sicher sein kann, eine korrekte Antwort zu erhalten.

Ja/Nein-Fragen
Ja/Nein- oder Entscheidungsfragen lassen sich am leichtesten trainieren und eignen sich optimal zum Einstieg in die Kunst des Pendels. Nachdem Sie ein Gefühl für Ihr Pendel bekommen haben, es gehalten, bewegt, geschwungen und gekreist haben, beruhigen Sie das Pendel, bis es sich nicht mehr wahrnehmbar bewegt. Stellen Sie dem Pendel bzw. sich selbst eine Frage, deren Antwort Sie klar wissen. Zum Beispiel: „Heiße ich Heinz?“ oder „Esse ich gerne Fisch?“ etc.
Da sie die Antwort bereits kennen, können Sie diese Fragerunde nicht nur dazu benutzen, um ein Gefühl für Ihr Pendel zu bekommen, sondern auch dazu, ihr Pendel zu eichen, sprich: herauszufinden, welche Bewegung welche Antwort bedeutet. Es gibt nämlich keine vorgeschriebenen Bewegungen des Pendels! Lassen Sie sich niemals erzählen, Kreisen im Uhrzeigersinn sei immer „Ja!“ oder Schwingen von links nach rechts bedeute nach einem Ihnen unbekannten kosmischen Gesetz automatisch „Nein.“ Jeder Mensch besitzt seine eigene Pendelsprache, und Ihre Aufgabe als Anfänger der Radiästhesie ist es, zunächst Ihr persönliches »Bewegungslexikon« zu entwickeln.
Ein wichtiges Kriterium, um sicherer zu werden, ist jede Frage anschließend durch eine Gegenfrage zu »überprüfen«. Beispiel: wenn auf die Frage danach, ob Sie sich gerade im Ort XY befinden, das »Ja« durch ein diagonales Schwingen zum Ausdruck gebracht wird, stellen Sie die Frage nach Ihrem Aufenthalt noch einmal, diesmal aber mit dem Ort YZ, an dem Sie sich nicht befinden. Nun müsste sich die von Ihnen ermittelte Nein-Bewegung – auf keinen Fall jedoch erneut ein diagonales Schwingen – einstellen.
Sie können Ihr Pendel zu Beginn auch eichen, indem Sie es einfach bitten, Ihnen Ihre/seine Ja-Bewegung zu zeigen. Wichtig ist, dass sie in diesem ersten Lernprozess alle Fragen so oft stellen und so lange abwarten, bis Sie sich mit der Sprache Ihres Pendels sicher sind. Erst dann können Sie dazu übergehen, Ihnen noch unbekannte Informationen mit Hilfe Ihres nun zuverlässigen Pendels einzuholen. Ein kleiner Tipp: Fragen Sie das Pendel Dinge, die Sie anschließend herausfinden können, das gibt Ihnen die Chance, den Fortschritt Ihrer Fähigkeiten anhand unzweifelhafter Erfolge oder Misserfolge zu überprüfen und sich so sicherer zu werden. Finden Sie über das Pendel heraus, was ein guter Freund von Ihnen gestern Abend gegessen hat („Hatte er Fleisch?“, „Hatte er Rindfleisch?“, „Hatte er Rouladen?“ etc.) und rufen Sie ihn anschließend an! Im Idealfall werden Sie ihn verblüffen! Und falls Sie danebenlagen, müssen Sie ihm ja nicht verraten, was Sie zu dieser ungewöhnlichen Frage getrieben hat…
Neben »Ja« und »Nein« gibt es beim Pendeln – wie im echten Leben – noch eine dritte Antwortmöglichkeit: »Vielleicht.« Von den meisten Radiästheten wird diese Antwort als Hinweis gedeutet, dass man sich auf einer falschen Fährte bewegt bzw. die falsche Frage gestellt hat. Achten Sie daher stets auf den exakten Wortlaut Ihrer Frage und darauf, dass sie nur auf eine einzige Weise zu verstehen ist. Ihre ganz persönliche »Vielleicht/Falsche Frage«-Bewegung finden Sie am leichtesten, indem Sie Ihr Pendel darum bitten, sie Ihnen zu zeigen. Sie können natürlich auch einfach mit dem Pendeln wie oben beschrieben beginnen; ist die Antwort auf Ihre Frage weder Ihre »Ja«- noch Ihr »Nein«-Antwort, sind Sie vermutlich auf Ihr »Vielleicht« gestoßen. Noch unsicher? Fragen Sie im Anschluss einfach das Pendel: »Ist diese Bewegung wirklich meine Vielleicht/Falsche Frage-Bewegung?«
Neben dem reinen Fragependeln, das sitzend am Tisch, stehend im Raum oder an jedem anderen beliebigen Ort durchgeführt werden kann, gibt es noch zwei weitere Anwendungsmöglichkeiten des Pendels. Zum einen das Pendeln von Gegenständen, Personen oder Orten, zum anderen die Arbeit mit sogenannten Pendeldiagrammen oder Pendelkarten.

Orte und Gegenstände pendeln
Neben der Ja/Nein-Frage und der Arbeit mit Pendelkarten können Sie das Pendel auch ähnlich wie eine Wünschelrute zum Abtasten bestimmter Orte oder Gegenstände nutzen. Um zum Beispiel den Einfluss eines bestimmten Orts auf Ihr Wohlbefinden zu überprüfen, stellen Sie sich an diesen Platz/in diesen Raum/an diesen Tisch und pendeln Sie – die Handfläche nach unten gerichtet – über Ihrer noch freien Hand. Bewegt sich das Pendel parallel zu Ihrem Arm, fühlt sich Ihr Körper an dieser Stelle wohl. Bewegt sich das Pendel hingegen quer über die Hand hinweg, sollten Sie sich vielleicht einen besseren Ort zum Arbeiten, Lesen oder Entspannen suchen. Ebenso können Sie Gegenstände wie Lebensmittel oder Edelsteine »auspendeln«: halten Sie einfach ihre Hand über den jeweiligen Gegenstand und pendeln Sie, wie oben beschrieben, über Ihrer Hand. Auch hier gilt: Schwingungen Ihren Arm entlang sind ein positives, Schwingungen quer zur Handfläche eher ein negatives Zeichen.
Mit Hilfe der Technik des Einpendelns können Sie sich zudem Richtungen weisen lassen: Beginnen Sie damit, das Pendel vor und zurück schwingen zu lassen. Stellen Sie nun Ihre Frage („Wo ist mein Auto?“, „Wo ist mein Portemonnaie?“ etc.) Das Vorwärtsende des Ausschlags wird beginnen, in Richtung des gesuchten Gegenstands zu »wandern«. Schlägt das Pendel längere Zeit in dieselbe Richtung aus, folgen Sie diesem Impuls und überprüfen Sie Ihre Suchrichtung gegebenenfalls in regelmäßigen Abständen erneut.
Sollte es sich um die Suche nach einem Gegenstand innerhalb eines geschlossenen Raumes handeln, können Sie diesen auch von mehreren Pendelpunkten aus erschließen. Stellen Sie sich erst in die eine, dann in die andere Ecke des Raumes: der Schnittpunkt der beiden erpendelten Suchlinien ist vermutlich der Ort, an dem sich der von Ihnen gesuchte Gegenstand befindet. (Diese praktische Technik lässt sich gut üben, indem Sie einen Freund/Ihren Partner bitten, einen bestimmten Gegenstand im Raum zu verstecken, den Sie dann mit Hilfe des Pendels orten müssen.)

Pendeln mit Pendelkarten
Waren Sie beim Pendeln mit Orten, Gegenständen oder Ja/Nein-Fragen auf klare Entscheidungssituationen angewiesen, ermöglicht Ihnen die Arbeit mit Pendeldiagrammen oder Pendelkarten, auch komplexere Fragenstellungen auszupendeln. Pendelkarten sind in Halbkreisform oder Kreisform angeordnete, tortenstückförmige Antwortfelder. Mit Hilfe dieser Karten können Sie so unterschiedliche Themen wie zum Beispiel Ihre Pendelfähigkeit, Störzonen im Haus, Krankheitsursachen, hilfreiche Meditations-Techniken, die zu ihrer jetzigen Situation passenden Bachblüten oder Farben erpendeln. Am Ende dieses Artikels finden Sie eine Auswahl praktischer Pendelkarten sowie ein leeres Pendeldiagramm, das Sie mit Ihren eigenen Antworten versehen können.
Eine Sonderform der Pendelkarte stellt das »Null-bis-Hundert-Diagramm« dar. Sie können es zum Beispiel dazu verwenden, den Wert eines Buches, einer Begegnung oder einer bestimmten Information für Sie zu ermitteln. Die ungewöhnliche Anordnung der Zahlen von unten nach oben (und somit von rechts nach links) hilft Ihnen – dem Parapsychologen José Silva zufolge – dabei, Zugang zu ihrer rechten Gehirnhälfte zu erlangen und bei Ihrer Einschätzung zusätzlich zum Vorgang des Pendels auch noch die Kraft Ihrer Intuition zu nutzen. Formulieren Sie Ihre Fragen wie folgt: »Wenn 0 unnütz und 100 sehr nützlich ist – welchen Wert haben die Aussagen der Hellseherin XY zum jetzigen Zeitpunkt für mich?« Erpendeln Sie im Anschluss (auch nach der Überprüfung!) Werte von 0-40, dürfen Sie sich wohl getrost nach einer anderen Beraterin umsehen…

Grundsätzlich gilt natürlich: wie jede Fähigkeit, die uns zwar in die Wiege gelegt, aber niemals gebraucht (und daher auch niemals trainiert) wurde, ist das Pendeln vor allem eine Sache der Übung. Gehen Sie völlig entspannt an diese reizvolle Möglichkeit der Selbstbefragung heran und achten Sie darauf, wie Ihr Körper auf Ihre intuitiven Signale reagiert. Sie werden erstaunt sein, wie sich sowohl die Eindeutigkeit als auch die Zuverlässigkeit der von Ihnen ermittelten Antworten im Laufe der Zeit erhöht. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen und viele aufschlussreiche Stunden mit Ihrem Pendel, dieser praktischen Standleitung in Ihr eigenes Unbewusstes!